Jessis Tagebuch: One Day in Hagen

Jessis Tagebuch: One Day in Hagen

Irgendwie kam mal wieder alles anders als geplant. St Truiden in Belgien stand auf unseren Plan. Beide Pferde genannt und der LKW stand nach der Winterpause frisch geputzt und beladen mit allem Pipapo auch startklar. Doch Leo und Spezi machten schlapp. Sie hatten sich eine Erkältung zugezogen, die wir nicht rechtzeitig im Griff bekamen. Sehr sehr schade, und ich war ziemlich enttäuscht 🙁

Vielleicht wäre es ja gut gegangen, aber will man das so? Ich habe beide auskurieren lassen, und Leo war auch schnell wieder gesund. Mit ihm bin ich dann am 20. April zum Lehrgang nach Warendorf gefahren, um mit Sebastian Heinze zu trainieren.

Leo brauchte einen Tag, um sich wohl zu fühlen, war er doch vollkommen alleine unterwegs ohne seinen Kumpel. Doch anscheinend fand er Gefallen an so viel Aufmerksamkeit, und mit viel Elan und top motiviert trainierten wir auf den schönen Außenplätzen. Sonntags ritten wir spontan eine GP Aufgabe, und wir alle fanden einstimmig, dass er das schon sehr ordentlich macht. Über den Winter hat er die Einerwechsel gut gelernt, und auch an Pi und Pa hat er Spaß bekommen.

Mit Leo zu verreisen, ist so ungefähr das Bequemste, was es gibt. Er ist extrem diszipliniert und immer geduldig, nur fressen mag er unterwegs nicht alles. Aufgrund der positiven Resonanz des Trainings beschlossen wir kurzerhand, irgendwo ein Turnierchen zu melden. Ja, aber wo? Da ich Samstags zur Fachhochschule muss und ich ungern immer wieder wegen des Reitens fehlen möchte, gab es nicht viel zu nennen. Auch habe ich Klausuren anstehen und muss lernen.

In Hagen, da könnte man am Freitag was reiten … jo, Louisdor! Is klar! Obwohl … warum eigentlich nicht? Also kurzerhand Sepp angerufen, gefragt, gesagt, genannt.

Ich bin richtig froh, dass ich es gewagt habe. Leo war zwar ziemlich angespannt, aber nicht negativ, er hatte etwas Angst im Viereck, aber nicht übermässig. Die Kulisse hat ihn sehr beeindruckt, und ich glaube wenn ich nochmal dort reite, wird es ihm leichter fallen, denn: einmal gesehen und gut ist!

Die Prüfung verlief ordentlich, und ich war sehr zufrieden mit Leo. In den Pirouetten, die seine absolute Spezialität sind und wo er sehr punkten kann, hatten wir dann leider eine Störung, da hat er irgendetwas gesehen. Verlassen kann ich mich auf ihn in den Wechseln, die macht er schon aus dem FF. Natürlich muss das alles noch gesetzter werden, auch Pi und Pa, aber er ist bei mir, und er gibt sein Bestes. Der Schatzi!

Leicht zu reiten ist er nicht. Er ist schwer zu sitzen, weil er so viel Schwung hat, auch muss man ihn immer gut vor sich reiten, sprich ihm helfen, ans Gebiss heran zu treten, gerade auch in der Prüfung, wenn er etwas aufgeregt ist. Doch es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen, und wir sind auf einen guten Weg, würde ich mal sagen.

Geplant hatten wir nur die eine Prüfung, weil ich unbedingt eine gewisse Punktzahl haben muss für eine Startgenehmigung im Ausland. Ich wollte ihn gerne mitnehmen nach Saumur, wo er dann auch fit genug sein sollte, um dort mehre Prüfungen zu gehen. Für Spezi hatte ich U25 genannt.

Dienstag wollten wir fahren, zusammen mit mehreren spanischen und französischen Reitern und Pferden aus unserer Stallgemeinschaft auf Gut Auric. Auch wollte das Team vom Erlenhof dorthin, und wir freuten uns schon auf gemütliche Abende.

Entsprechend bin ich in Hagen nicht mehr die eigentliche Qualifikation für Frankfurt mitgeritten, obwohl wir hätten starten können, und das finde ich im Nachhinein richtig schade … denn das Turnier in Saumur wurde aufgrund einer Pferdeepidemie in Frankreich kurzfristig abgesagt 🙁

Da ich ja nicht einfallslos bin, habe ich schnellstens umdisponiert und reite nächste Woche in Unna. Auch gibt es ein tolles Turnier in Aachen, wo wir nennen werden diesen Monat.

Jetzt muss ich aber lernen! Euch eine gute Zeit und bis bald!

Lieben Gruß, Eure Jessi

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